Eine Lanze für Google

Nachdem wir uns also von der Bedeutung des Suchens überzeugt haben, sollten wir uns wohl auch mit dem wohl weltgrößten Anbieter von Dienstleistungen rund um das Suchen beschäftigen.

Google hat keinen guten Ruf – jedenfalls nicht in Deutschland. Zur breiten öffentlichen Diskussion kam es, als man mit “Streetview” versuchte, Autos überall hinzuschicken, die Bilder von Straßen, Häuserzeilen etc. machen sollten.

Das hat wohl viele geärgert – und zwar qualifiziert – wir kommen darauf noch zurück.

Generell entsteht das Gefühl eines Riesenkranken, der alles über alles und jeden weiß und diese Information dann mißbrauchen kann. Und in der Tat bestünde diese Möglichkeit – sofern nicht allgemeine Gesetze existieren, die das verhindern.

Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel: Wie sicherlich viele oder gar alle Haushalte in Deutschland erhalte ich jede Woche “Post” von den Supermärkten in der Nähe. Haben Sie schon mal probiert, diesen Werbemüll – anders kann man es wohl nicht nennen – abzubestellen?

Was dabei am meisten ärgert, sind folgende Punkte:

  • es läßt sich kaum vermeiden und
  • es ist nicht auf die Person oder den Haushalt und seine Bedürfnisse zugeschnitten.

Der zweite Punkt meint, dass beispielsweise Vegetarier auch Angebote über Fleisch erhalten. Das ist ineffizient, weil die Information in vielen Fällen verpufft – sie erreicht nur selten den richtigen Adressaten.

Zu allem Überfluss muss man auch für die Entsorgung zahlen – die Müllgebühren steigen stetig.

Nun, Sie haben wohl schon erraten, worauf ich hinauswill: Bei Google bin ich es, der steuert (oder steuern kann), welche Information ich bekomme. Interessiere ich mich zum Beispiel für italienische Vegetarierkost, so kann ich mit diesen Stichworten einen Google-Alert einrichten, der mir bei Neuerungen zu diesem Thema automatisch eine Mail schickt. Das kostet mich nichts, und ich habe die Information ausdrücklich “bestellt” – und ich kann sie jederzeit wieder abbestellen.

Nun “weiß” also Google in diesem völlig fiktiven Beispiel, dass ich wohl ein Vegetarier sein könnte – es könnte aber auch sein, dass ich die Information nur für einen Freund beschafft habe und selbst der größte Fleischesser aller Zeiten bin. “Weiß” Google also wirklich so besonders viel Dramatisches über mich?

Aber gehen wir noch weiter in dem Beispiel – weg von Google hin zu meinem netten Briefträger. Nehmen wir einmal an – auch das fiktiv – ich sei in Behandlung wegen einer schweren, lang andauernden Krankheit. Für diese
brauche ich Medikamente, deren Rezepte ich mir der Einfachheit halber per Post schicken lasse.

Haben Sie das schon einmal gemacht? Ist Ihnen aufgefallen, dass der Brief des Arztes mit dem enthaltenen Rezept in der Regel den Stempel des Mediziners aufweist. Der Postbote kann also zumindest sehen, in welcher
“Fachrichtung” ich behandelt werde. Immerhin ist der Postbote per Gesetz “vergattert”, diese Information nicht weiter zu erzählen.

Und das dürfte der Punkt sein – richtig ist: Es gibt ein Erfordernis zur Regelung des Umgangs mit sensiblen Daten – egal ob im Internet oder bei der Post oder in sonstigen Medien.

About Wolfgang Wagemann

Wolfgang Wagemann lebt im Rhein-Neckar-Raum.
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